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Das Salinefest 2019 - ein kleiner Bericht

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Halle

Ein Salzfest sollte etwas mit Salz, seiner Geschichte und seiner Produktion zu tun haben. Wer davon etwas haben wollte, ging am besten auf die Saline.

Derweil schaute Händel nicht nur nach London, sondern auch auf den Marktplatz, wo das Salzfest stattfand und sah bunte Buden dicht gedrängt stehen, sowie einen riesigen Salzstein und natürlich auch den spitzenmäßigen Akrobaten der Geschwister Weisheit zu. Ansonsten suchte man vergeblich nach salzigen Traditionen, wenn man davon absieht, das die kulinarischen Genüsse reichlich und gut unter anderem auch mit Salz gewürzt waren. In diesem Jahr gab es keinen Mittelaltermarkt und es war ein Fest voller Volksmusik und anderen musikalischen Ohrwürmern und natürlich einem Tanzspektakel für einen guten Zweck.

Anders in der Saline zum Salinefest. Trotz Absperrungen wegen baufälliger Schornsteine und dem Abgesang für zwei Jahre, indem die Saline umfassend mit Millionenaufwand saniert wird, kam wenigstens hier das Salz nicht zu kurz. Da wurde Salz verkauft und Salzwirker zeigten ihre Kunst des Salzwirkens an der Solepfanne. Wie jedes Jahr kam der Pferdefuhrwagen aus Lößnitz, trotz einer kleinen Verspätung, und präsentierte zum historischen Salzhandel sein Tauschobjekt, die begehrte Holzkohle. Die wurde strengstens durch die Salzwirker unter die Lupe genommen und für gut beachtet. Der Salzgraf verfolgte den Handel mit strengem Blick, galt es doch die Thalordnung einzuhalten. Die Lößnitzer bestaunten das reine, weiße Salz mit körniger, wohl feiner Konsistenz und man schlug die Hände ein zum fairen Handel. Begleitet wurde der Handel durch die Trommler der Halloren und ihrem Fahnenschwenkmeister, sowie einem lebendigen Schwibbogen aus dem Erzgebirge. Vor dem Hansezelt gab es für interessierte Gäste auch den Salzverkauf durch die Hanseschar.

Nach dem Salzhandel konnten sich die werten Gäste dem Hoftreiben zuwenden und eine Mittagspause vom anstrengenden Schauen des Salzhandels nehmen. Die gute Wurst, schön gewürzt und der Fisch vom Kernersee, dazu ein kühles blondes kamen zur rechten Zeit oder man schaute sich die Eisenbahnanlagen an, die aufgebaut waren. Für Kinder und kindgebliebene Erwachsene etwas, wo man staunende Augen und offene Münder bekam. Wer zur rechten Zeit kam, hörte dann auch einen schreienden Hansekaufmann im Refugium gleich bei den Eisenbahnanlagen, der lautstark durch die Geschichte der Hansestadt führte und Dinge erzählte, die man so noch gar nicht kannte. So lernte man „erschröckliche“ Waffen kenne, das Salzkontor, das Spellhus mit dem sogar im Mittelalter verbotenen Spiel Moberle und die Taverne „Zur weißen Hänne“. Das ist kein Schreibfehler und wenn die Zuschauer sagten „Spiel, Erasmus, spiel“, dann spielte Erasmus die Geschichte der Hänne mit „ä“ geschrieben und auch Wolfsheulen erfüllte den Raum. Wer dann noch nicht genug von der Geschichte hatte, kaufte einige Publikationen oder Kalender für das Jahr 2020 und konnte alles in Ruhe zu Hause nachlesen. Der MSW-Welten Verlag hatte viel anzubieten aus seinem Sortiment, ob Hansekalender oder Hallekalender, die inzwischen ausverkauft sind, das Hansebuch oder einfach nur Geschichte aus der Hansegeschichte Halles. Lang ist es her (1281 – 1479) und führte doch zum Salz- und Salinefest in Halle in der Jetztzeit.

Wem die ganze Sache im Refugium zu laut war, (Erasmus ist ein arger Schreier, doch gab es auf dem Markt im Mittelalter noch keine Technik) der blieb auf dem Salinehof und wartete das Spiel des Hansetheaters mit dem Titel „Im Thal zu Halle – eine Salzgeschichte“ ab. Dort lernte man die Haspler, Störzer, Stöpper, Läder, Uffburer und andere Hallknechte kennen, die im Jahre 1477 unter schweren Bedingungen Salz siedeten. Das Geld wurde knapp, die Geschäfte gingen schlecht und die Salzwirker bettelten auf dem Markt um „Fisch und Krengel“. Doch damit nicht genug kam es zum Diebstahl und großem Geschrei. Und die Thalordnung wurde ausgerufen von einem mitspielenden richtigen Halloren, der auch das Stück in beratener Funktion mitschrieb. So rettete Erasmus von Halberstadt den Hallknecht, der aus Not gestohlen hatte und das Stück endete mit „Brot und Salz – Gott erhalt’s“.

Das war dann eine richtige Salzgeschichte und wurde dem Salzfest oder besser dem Salinefest auch gerecht(er).

Fotos Salzhandel: Michael Waldow

Fotos Theater: Sabine Majestic
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