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Für die Lüge eine Lanze gebrochen …

@alt Bürgerreporter
Burgliebenau

... hat am Mittwochabend Matthias Prasse auf seinem Familiensitz, der Bischofsburg in Burgliebenau.

Er ließ er es sich nicht nehmen in ein zeitgemäßes Gewand des Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen zu schlüpfen mit korrespondierender Barttracht. Nur standesgemäß! - war doch der Anlass immerhin dessen 300. Geburtstag. 
Literarisch gehören  die dem Baron Münchhausen zugeschriebenen Erzählungen zu den traditionellen Lügengeschichten. Gekonnt gemixt mit historischen Fakten und Bildern erfuhr der Zuhörer alsbald, wie das Pferd des Barons im russischen Winter an den Kirchturm kam. Seine Reise konnte er nur fortsetzen, weil er  mit einem bravourösen Pistolenschuss den Halfterriemen durchtrennte, so dass das Pferd wieder herunterfiel.  Schnell war klar, hier referierte ein Mann mit besonderem Potential aus seinem Leben im 18. Jahrhundert. Tat sich vor einem Münchhausen ein Alltagsproblem auf, dann fand er eine Lösung dafür – eine Lösung, auf die – erstens - kein anderer kommen würde  und für die – zweitens - alle Natur- und Physikalischen  Gesetze  außer Kraft waren.
Ob der Baron nun Enten mit einem Stück Speck an einer Leine  fing und sich von ihnen durch die Luft tragen ließ, einen achtbeinigen Hasen jagte, sich an seinem Schopf aus dem Sumpf zog und seinen Gaul gleich mit oder auf der berühmten Kanonenkugel ritt, das Publikum war noch immer generationsübergreifend amüsiert. Ich war an meine Kindheit erinnert, an den 1943 aufwendig in der damals noch neuen Agfacolor-Technik produzierten Farbfilm mit Hans Albers und dachte an meine Enkel heute.
Jene wunderbaren Lügen, bei denen niemand zu Schaden kommt und am Ende immer alles gut wird - ist das nicht der schönste aller Träume? Dabei hatte ich schon beinahe vergessen, dass da nicht Münchhausen, sondern Matthias Prasse vor uns stand.
Nun, wer schon mal mit ihm auf Reisen war, weiß, dass er ein ganz großartiger Geschichtenerzähler ist. Kurzweil, geballte Ladung an historischem Wissen und  Leidenschaft sind stets inbegriffen. Tausend Dank an Familie Prasse für diesen Abend und für ihr unermüdliches Engagement den Suchenden unsere schöne Heimat noch näher zu bringen.
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