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Doppelte Taufe in Unterröblingen - Erstmals seit 44 Jahren

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Kirche St. Nicolai Unterröblingen, Kirchstraße, OT Röblingen am See, 06317 Seegebiet Mansfelder Land

10. August 2019 - Die erste Taufe seit 1975 in der Nicolaikirche: Vater und Tochter gemeinsam

Der 10. August ist sicherlich kein besonderer Tag. Mal abgesehen davon, dass er der 222. Tag im Jahr ist. Auch ist es wohl völlig normal, dass Menschen am 10. August ihren Geburtstag haben, so z.B. 1835 Rudolf Siemering, der Erschaffer des Eisleber Luther-Denkmals oder 1896 der Luftfahrtpionier Otto Lilienthal. Das Ferdinand Magellan vor genau fünf Jahrhunderten zu seiner ersten Weltumsegelung aufbrach, 1792 im Zuge der Französischen Revolution die dortige Monarchie ihr endgültiges Ende fand, 1893 der erste Motor von Rudolf Diesel aus eigener Kraft lief oder vier Jahre später das Aspirin erfunden wurde, ist vielleicht bemerkenswert, aber sicher nicht ungewöhnlich. Die Welt ist groß. Irgendwas passierte und passiert immer. Wie gesagt, sicher kein besonderer Tag. Oder doch?

Für eine kleine Welt aus Partnerschaft und Familie auf jeden Fall! Denn für Chris Brodalla und seine erst wenige Wochen alte Tochter Eva Elizabeth wird dieser 10. August zeitlebens etwas Besonderes darstellen: An diesem Tag nämlich wurden beide von Pfarrerin Eva Kania getauft. Den Schritt zur Taufe ging Chris Brodalla nicht spontan. Die Entscheidung, sich als inzwischen 30-Jähriger zum christlichen Glauben zu bekennen, reifte über längere Zeit in ihm. Dafür letztlich den Tag der Kindstaufe zu wählen, war naheliegend. Die Familie wohnt zwar seit geraumer Zeit in Sangerhausen, der glückliche Vater der kleinen Eva ist jedoch in Unterröblingen aufgewachsen. Das erklärt sicher, warum die Taufe der beiden hier in der Nicolaikirche vollzogen wurde. Zugleich führt er damit in gewisser Weise eine Familientradition in die vierte Generation fort, denn schon sein Vater und sein Großvater wurden in dieser Kirche getauft.

Zu Beginn des Taufgottesdienstes läutete die alte Glocke und verkündete das Ereignis ringsum im Dorf. Wie oft sie seit ihrem Guss vor über 800 Jahren anlässlich einer Taufe zum Klingen gebracht wurde, vermag wohl niemand in Erfahrung zu bringen. Für eine lange Zeit gab es dafür jedenfalls keinen Anlass. Die letzte Taufe in der Nicolaikirche fand am 16. November 1975 statt. Seitdem sind beinahe 44 Jahre vergangen. Von daher markiert dieser 10. August 2019 sicher auch einen Wendepunkt in der Geschichte der Kirche. Oder wenn man so will, einen Neubeginn. Denn das auf die Taufzeremonie an diesem Tag künftig noch weitere folgen werden, wäre dem ehrwürdigen Gemäuer zu wünschen.

Wasser bedeutet vor allem eines: Leben. Im Kontext zum christlichen Glauben verkörpert das Wasser eine umfangreiche Symbolik. Es erinnert an Chaos und Zerstörung, an die darauffolgende Schöpfung und das Gedeihen des Lebens. Der Garten Eden ohne Wasser – undenkbar. Das Wasser versinnbildlicht die vernichtende Kraft der Sintflut und das anschließende Erwachen. Als Taufwasser symbolisiert es vor allem auch den Jordan, an dessen Ufern der Täufer Johannes predigte und die Menschen und nicht zuletzt Jesus selbst in seinem fließenden und damit lebendigem Wasser taufte. Das und noch viel mehr brachte die Pfarrerin während ihrer Predigt zum Ausdruck, bevor sie im Anschluss Tochter und Vater taufte.

Chris Brodalla lebt mit seiner Partnerin Stefanie Mai und den beiden Kindern seit einigen Jahren in Sangerhausen. Die Wahl des Taufwassers kann man durchaus als weitsichtig, sogar als weise bezeichnen. Denn es wurde sowohl aus der Gonna, dem kleinen Flüsschen in Sangerhausen, wie auch aus der Röblinger Weida geschöpft und markiert die Geburtsorte der Eltern. Sie verbinden damit ihre Hoffnung, dass es ihrer Tochter Glück bringt. Dem schließen wir uns gern an und wünschen der kleinen Eva und der ganzen Familie zeitlebens Glück und alles Gute. Das sich die Wasser von Gonna und Weida schließlich in der Saale vereinen, mag dieses Symbol der Hoffnung noch bekräftigen.
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