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Der Friedrichsbrunner "Badeweiher" im Kurpark

@alt Bürgerreporter
Friedrichsbrunn

Sommerzeit – Badezeit…diese verbringen die Friedrichsbrunner Einwohner gerne am „Badeweiher“ im Kurpark.


Vor dem Ersten Weltkrieg wird Friedrichsbrunn zum Höhenluftkurort ernannt. Zwei Sanatorien, größere Hotels und verschiedene Pensionen werden gebaut.
Im Herbst 1909 griff die örtliche Wasserkommission eine Anregung von Dr. Strokorb (Sanatorium bis 1990) auf und errichtete bis zum Frühjahr 1910 einen Badeteich. Aus Ton und Lehm wurde, in einer kleinen Wiesensenke vor dem Flurstück „Totenköpfe“, als Begrenzung ein Erddamm aufgeschüttet und das aus dem „Brotsack“ (Getreideacker der Wüstung Leferde) kommende Wasser gestaut. Zwischen den Buchen entstanden halbkreisförmig angeordnete Badekabinen, sogenannte „Negerhütten“, als Umkleidemöglichkeit und eine zusätzliche Toilettenanlage. Zwei einfache Holztreppen führten zum Wasser.  Das war zunächst alles. 1922 verstärkten Arbeiter die Seiten des Waldbades mit Eichenbohlen und errichteten ein Holzsprungbrett.
Die Zahl der Kururlauber stieg an und 1949 wurde der Ort ein „Heilklimatischer Kurort“ und Wintersportplatz.
Jahrelang versuchten die Einwohner erfolglos den Erddamm am Waldbad abzudichten, da das Wasser ständig in die Erde absickerte. Nur ein kleiner Wasserspiegel blieb zurück, in dem sich Frösche und Molche wohlfühlten.
Der Friedrichsbrunner Badeteich galt bis 1961 als eine ziemlich kalte, idyllisch gelegene Badegelegenheit. Der undichte Damm ließ sich nicht reparieren. Alle Versuche ihn abzudichten, schlugen fehl.
Erst mit dem Einsatz des NAW (Nationales Aufbauwerk der ehemaligen DDR) im Jahre 1963 wurde das Waldbad neu ausgeschachtet. Die Arbeiter des NAW entschlammten den Teich und legten Fundamentgräben an. Hartes Gestein und zäher Schlamm machte die Arbeit nicht leicht. Selbst wer als Kind gerne „gemoddert“ hatte, hatte hier am Teich bald genug von der Leidenschaft. Eine Betonumfassung sollte das Wasser zurückhalten und wurde vor die alte Trockenmauer gesetzt. Zeitgleich gossen die Arbeiter einen Betonboden. Zahlreiche Friedrichsbrunner Einwohner halfen mit „ihr“ Waldbad neu zu gestalten. Die Einweihung des Badeteichs fand offiziell am 15. Mai 1965 statt. Selbst Neptun mit Krone, Zepter und Dreizack kam zu Besuch. Den ersten Sprung ins neue Bad wagte der damalige erfolgreiche Skispringer Dieter Bokeloh aus Benneckenstein. Vorher sprang er noch einen neuen Schanzenrekord auf der Schanzenmatte und wagte sich anschließend mit einem mutigen Sprung in das kühle Nass. Völlig unfreiwillig landete der damalige Bürgermeister Paul Bunzel im Badeteich. Als ob er es vorher ahnte, hatte er seinen feinen Anzug zu Hause gelassen. Bis 1990 wurde das Waldbad von Urlaubern, Einwohnern und den Kindern der Ferienlager genutzt. Nach der politischen Wende, im Jahre 1991 wurde das Waldbad aus Sicherheitsgründen geschlossen. Im August 2003 begann der Rückbau der desolaten Betoneinfassung und die Entnaturalisierung der Anlage zum sogenannten „Badeweiher“ (ohne Bademeister) des Kurparks. Ein Kurpavillon und Spiel- und Sportstätten wurden errichtet.
Im Jahre 2004 bekam die Anlage den offiziellen Namen „Kurpark“.

 

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